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Startseite News & Termine Creditreform News Online-Archiv Archiv 2005 Wirtschaftslage - Mittelstand in Österreich (Herbstausgabe 2005)

Wirtschaftslage - Mittelstand in Österreich

Ergebnisse der Herbstausgabe der Creditreform Analyse: Kleine und mittlere Betriebe enttäuschen - Umsätze und Investitionen sind rückläufig

Wien, 07.11.2005

Die Geschäftslage der österreichischen Mittelständler hat sich im Verlauf des letzten Jahres deutlich verschlechtert. Um 9,7 Prozentpunkte sank der Anteil an Unternehmen, die ihre aktuelle Lage mit sehr gut oder gut einstufen auf 46,1 Prozent der Befragten. 11,9 Prozent beurteilen ihre momentane Geschäftslage mit mangelhaft und ungenügend, ein Anstieg um 5,5 Prozentpunkte. Auch bei den Umsätzen ist ein Absacken der guten Bewertungen zu beobachten. Gaben im vergangenen Herbst noch 47,0 Prozent an, gestiegene Umsätze erwirtschaftet zu haben, sind es aktuell nur noch 36,5 Prozent. Von gesunkenen Umsätzen berichten aktuell 19,8 Prozent der Unternehmen – 4,9 Prozentpunkte mehr als im Herbst 2004.

Beim Personalbestand ist eine Polarisierung der Angaben zu beobachten: Auf der einen Seite sank der Anteil an Betrieben, die ihren Mitarbeiterstamm aufgestockt haben, um 10,4 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent. Auf der anderen Seite nahm aber auch die Zahl der Betriebe (leicht) ab, die sich von Mitarbeitern trennen mussten, und zwar um 0,8 Prozentpunkte auf 18,6 Prozent. Der Saldo der Personalentwicklung sank deutlich von 12,2 Prozent im vergangenen Herbst auf 2,6 Prozent ab.

Nur noch jeder fünfte Betrieb steigert Erträge

Nur noch jedes fünfte Unternehmen in Österreich (20,6 Prozent) war innerhalb der letzten sechs Monate in der Lage, Ertragssteigerungen zu erwirtschaften. Vor einem Jahr waren es noch 28,4 Prozent. Rückläufige Gewinne musste dagegen jedes dritte Unternehmen (33,3 Prozent) verkraften (Vorjahr: 25,2 Prozent).

Auch die Erwartungen des Mittelstandes in Österreich haben sich deutlich eingetrübt. Nur noch 25,7 Prozent der Befragten hoffen auf Umsatzsteigerungen im nächsten Halbjahr – 12,3 Prozentpunkte weniger als im Herbst 2004. Sinkende Umsätze befürchten dagegen 17,4 Prozent. Im vergangenen Herbst waren es lediglich 14,4 Prozent der Unternehmen. Der Saldo der Umsatzentwicklung rutschte von 23,6 Prozent im Herbst 2004 auf aktuell 8,3 Prozent ab.

Auch der Arbeitsmarkt dürfte wenig Belebung zeigen: Nur noch 12,4 Prozent der mittelständischen Unternehmen in Österreich wollen ihren Personalbestand künftig aufstocken (Vorjahr: 17,6 Prozent). Dagegen plant fast jedes fünfte Unternehmen (19,9 Prozent), sich von Mitarbeitern zu trennen – ein Anstieg um 1,8 Prozentpunkte im Jahresverlauf.

Jeder vierte Betrieb rechnet mit mehr Gewinn

Deutlich schlechter als im vergangenen Herbst urteilen Österreichs Unternehmer, werden sie nach der künftigen Ertragsentwicklung ihrer Betriebe gefragt. Nur noch 25,3 Prozent rechnen mit steigenden Gewinnen – ein Rückgang um 10,4 Prozentpunkte. 28,5 Prozent rechnen dagegen mit sinkenden Erträgen (Vorjahr: 20,5 Prozent). Der Saldo der Ertragserwartungen rutscht zum ersten Mal seit sechs Jahren in den negativen Bereich: Lag er im vergangenen Jahr noch bei 15,2 Prozent – ist er aktuell bei minus 3,2 Prozent angekommen.

Investitionsplanung seit sechs Jahren zum ersten Mal unter der
50-Prozent-Marke

Investitionen planen aktuell 49,9 Prozent der Unternehmen in Österreich, das entspricht einem Rückgang um 12,2 Prozentpunkte im Jahresverlauf. So wenig investitionsfreudig wie im Herbst 2005 waren Österreichs Mittelständler in den letzten sechs Jahren nicht.  Wenn investiert wird, dann in den Ersatz alter Maschinen und Teile (59,0 Prozent; Vorjahr: 62,8 Prozent). Erweiterungsinvestitionen planen nur 45,9 Prozent (Vorjahr: 46,7 Prozent).

Das Zahlungsverhalten der öffentlichen Kunden des österreichischen Mittelstandes hat sich deutlich verschlechtert, das der privaten Kunden zeigt hingegen Verbesserungen an. 65,5 Prozent der privaten Kunden zahlen innerhalb von 30 Tagen ihre Rechnung, bei den öffentlichen sind es lediglich 38,4 Prozent (Vorjahr: 42,1 Prozent). Mehr als drei Monate verstreichen lassen hingegen 9,6 Prozent der öffentlichen Auftraggeber (Vorjahr: 7,2 Prozent), aber nur 0,7 Prozent der privaten (Vorjahr: 1,3 Prozent).

Die Zahl der hohen Forderungsverluste von mehr als einem Prozent im Verhältnis zum Umsatz nahm im Jahresverlauf um 4 Prozentpunkte auf 11,3 Prozent zu. Am meisten unter hohen Forderungsausfällen zu leiden hat die Baubranche: 21,6 Prozent der Befragten dieses Wirtschaftsbereiches mussten hohe Forderungsausfälle verkraften – vor einem Jahr waren es noch 14,6 Prozent.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen für die ersten neun Monate des laufenden Jahres beläuft sich auf 5.275 Fälle und liegt damit 17,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Die Zahl der Privatpersoneninsolvenzen stieg ebenfalls an und zwar um 12,7 Prozent auf 4.770 Betroffene. Parallel zum Anstieg der Insolvenzen entwickelte sich die Eigenkapitalstruktur der mittelständischen Betriebe in Österreich nach unten: Aktuell verfügen nur noch 27,1 Prozent der Unternehmen über eine stabile Eigenkapitaldecke von mehr als 30 Prozent im Verhältnis zur Bilanzsumme. Vor einem Jahr waren es noch 31,2 Prozent.

Kleinen Unternehmen geht es schlechter

Insbesondere kleine mittelständische Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage schlecht: 27,9 Prozent dieser Beschäftigtengrößenklasse gaben ihrer momentanen Geschäftslage die Note mangelhaft oder ungenügend. Bei den größeren Mittelständlern waren es nur 10,3 Prozent. Auch auf die Einschätzung der künftigen Ertragslage hat auf die Unternehmensgröße Einfluss: 16,2 Prozent der kleinen, aber 26,4 Prozent der großen Mittelständler hoffen innerhalb des nächsten halben Jahres auf Ertragssteigerungen.

zur Online-Version der Analyse (inkl. Schaubildern und PDF-Archiv)

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